Folsäure (Vitamin B9) – Zellvitamin

Folsäure wurde erstmals im Jahr 1941 aus Spinatblättern isoliert und bekam den Namen folium (aus dem lateinischen – das Blatt). In der Tat sind Blattgemüse einige der besten Nahrungsquellen für Folsäure.

 

Folsäure ist eine Pteroylmonoglutaminsäure (PGA). Sie besteht aus drei Komponenten Pteridin, para-Aminobenzoesäure und Glutaminsäure. Sie kommt in der Natur nicht vor und wird für pharmazeutische Produkte synthetisch hergestellt. Die physiologische Wirkform im menschlichen Organismus ist die Tetrahydrofolsäure (THF).

 

Folsäure ist also eine synthetische Form von Vitamin B9. Das natürliche Vitamin heißt Folat, gehört zu den wasserlöslichen B-Vitaminen und ist für uns Menschen essentiell.

 

In der Natur sind die sogenannten gebundenen Folate weit verbreitet. Folate kommen somit auf natürliche Weise in Lebensmitteln vor. 

 

Folsäure in pflanzlichen Produkten ist in Form von Polyglutomaten enthalten. Im Dünndarm wird dieser Komplex in Monoglutamate gespalten und resorbiert. Bei Schädigungen der Zotten der Enterozyten (Darmzellen), beispielsweise bei Zöliakie, ist die Resorption beeinträchtigt. 

 

Folate sind in allen Geweben des menschlichen Körpers verteilt, eine große Menge (bis zu 75 %) wird in der Leber gespeichert. Folacin-Metaboliten werden über die Nieren ausgeschieden.

 

 

 

Folat senkt das Risiko für Osteoporose, Demenz, Schlaganfälle, Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

 

Folat wirkt positiv auf unsere Psyche, erhöht die Stressresistenz, beruhigt, kann eine gereizte Stimmung ausgleichen.

 

Folsäure spielt eine Rolle bei der Blutbildung und bei der Zellteilung, kann Erschöpfungszustände und Müdigkeit verringern, senkt das Infektionsrisiko, ist bei der gesunden Entwicklung ungeborener Kinder sehr wichtig.

 

Die Aufnahme von Folat ist bei Alkoholikern, bei Einnahme bestimmter Medikamente sowie bei Morbus Crohn verringert und kann zu einem B9 Defizit führen. Ein erhöhter Bedarf an Folat besteht bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, bei hämolytischen Anämien, bei Hautkrankheiten, bei Rauchern, bei Stress, während der Schwangerschaft und beim Stillen. Folat-Mangel während der Schwangerschaft kann zu einer Beeinträchtigung der geistigen Entwicklung und zu Missbildungen bei Kindern führen. Folat Mangel kann zu einer sekundären Homocysteinurie und zu einem Mangel an Methionin, der für Lebersteatose und Arteriosklerose verantwortlich ist, führen. Zwischen Vitamin B9 und den Vitaminen B6 und B12 bestehen Nährstoff-Interaktionen. Die Funktion der Folate hängt eng mit der Funktion von Vitamin B12 zusammen, beide Vitamine sind an der Umwandlung von Homocystein zu Methionin beteiligt. 

 

Das Krankheitsbild der Folat Mangel entwickelt sich langsam, da die Reserven dieses Vitamins erst nach 3 bis 6 Monaten erschöpft sind. Am stärksten betroffen sind das Kreislauf- und Verdauungssystem.

 

Klinische Manifestationen von B9-Mangel:

 

  • Appetitlosigkeit, Ösophagitis, Gastritis, Enteritis mit Durchfall, Fettstühle
  • Mundschleimhautveränderungen, Hunter-Glossitis
  • Konjunktivitis
  • Haarausfall
  • Anämie, Thrombozytopenie, Leukopenie
  • Wachstumsverzögerung
  • Verschlechterung der Wundheilung
  • Immunschwäche
  • Verschlimmerung der Symptome bei chronischen Infektionen
  • subfebrile Temperaturen 
  • Frühgeburt, postpartale Blutung
  • Defekte bei Neugeborenen, Wirbelsäulenspalte, Enzephalie
  • Depressionen, andere neurologische Störungen. Folat wirkt im Gehirn und im Nervensystem. Eine gesunde Psyche ist ohne Folat nicht möglich.

 

 

Bedarf an Folat und seine Quellen

 

Der Bedarf an Folat beträgt 400 µg pro Tag, während der Schwangerschaft steigt der Bedarf auf 600 µg pro Tag. Es wird angenommen, dass die Nahrung etwa 2/3 des täglichen Bedarfs an Folat liefern kann und 1/3 von der Darmflora synthetisiert wird. Vitamin 9 wird durch Kochen (bis zu 80-90 %) und durch Zerkleinern der Nahrungsmittel erheblich zerstört.

 

Viele Jahre lang glaubte man, dass Folsäure viel besser als natürliches Folat resorbiert wird. Es ist jedoch erwiesen, dass eine Ernährung, die eine Vielzahl von folatreichen Vollwertnahrungsmitteln enthält, gesünder ist.

 

Viele Untersuchungen zeigen deutlich, dass natürliches Folat viel besser als Folsäure geeignet ist, um den Körper mit dem Vitamin B9 zu versorgen. Das natürliche Folat ist vor allem in Gemüse (Spinat, Salat, Rote Bete, alle Kohlsorten, Spargel), Hülsenfrüchten (weiße Bohnen, Sojabohnen, Kichererbsen), Erdnüssen und Innereien (Leber) enthalten.

 

Bei vielen Menschen ist das Enzym DHFR (für die Umwandlung von Folsäure in Folat) nur bedingt aktiv. Die Einnahme von Folsäure Tabletten kann bei diesen Menschen den Folat Status nicht verbessern. Auch bei einer normalen Funktion des Enzyms ist die Umwandlung sehr langsam.

 

Eine längerfristige Einnahme von Folsäure kann sogar Gesundheitsschäden verursachen. (Prostatakrebs Risiko, Autismus oder Asthma bei Kindern, deren Mütter während der Schwangerschaft viel Folsäure einnahmen).

 

Nahrungsquellen von Folat µg pro Tag

 

Hefe 550

Rinderleber 240

Schweinleber 225

Soja 200

Grüne petersilie 110

Bohnen 90

Spinat 80

Salat 48

Fettarmer Quark 40

Steinpilze 40

Hirse 40

Meerrettich 37

Hartkäse 10 – 45

Buchweizen und Gerste 32

Rosenkohl 31

Haferflocken 29

 

 

 

 

Der Laborwert wird vor allem bei erhöhten Homozystein-Werten bestimmt.

Normwert im Serum 4-30 nmol/l

 


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